17 Kleinkraftwerk der ehem. Tuchfabrik

Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Spinnmaschine, etwas später die Webmaschine erfunden. Das hatte auch Folgen für unsere Region: An vielen Orten wurden Textilfabriken gebaut.

Ehem. Tuchfabrik heute
Ehem. Tuchfabrik heute

1872/73 erstellte hier Johann Kürsteiner ein Wohnhaus mit Spinnerei und Wasserrad. 1906 übernahm Färber Ulrich Vetsch die Liegenschaft. In den Zwanzigerjahren baute sein Sohn Johann Ulrich Vetsch eine Dampfheizung ein und erstellte das Hochkamin. 1927 installierte er eine Francis-Turbine. Ab 1928 wurde die Fabrik als Weberei genutzt.

 

1934 wurde ein neues, grösseres Fabrikgebäude erstellt (links im Bild). Dieses wurde bis 1967 für die Herstellung verschiedener Wollgewebe (für Militäruniformen, Damenkleiderstoffe, Wolldecken etc.) genutzt. In diesem Betrieb wurde gesponnen, gewoben und die Stoffe „ausgerüstet“(durch Nachbehandlung veredelt).

 

Der heutige Eigentümer übernahm die ausgeräumte „Tüechi“ 1968. Mit vier Pantograph-Stickmaschinen, Modell 1911, bestickte er bis 1988 Schaumstoff-Tapeten. Er brachte die vollständig versandete und verkalkte Turbine wieder in Gang und renovierte sie. Das Kleinkraftwerk erhielt 1997 eine vollautomatische Steuerung und produziert jährlich ca. 30'000 kWh. Es kann ein Blick in den Maschinenraum und auf die automatische Rechenanlage geworfen werden.

 

Die beiden Fabrikgebäude werden heute durch IT-Firmen, als Wohnraum und für eine Wiegenstube (Spielraum für Kleinkinder) genutzt.

Am 12. Mai 2018 fand der 18. Schweizer Mühlentag statt, an dem sich der Verein Grabser Mühlbach auch wieder aktiv beteiligte.

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