3 Ehemalige Mühle zur Glocke

Die Mühle wird bereits im Grabser Mühlebrief von 1611 als «Untere Mühle» erwähnt. In den Akten der Gebäudeversicherung ist seit 1810 neben der Mühle auch eine Pfisterei (Bäckerei) aufgeführt.

Gasthaus und Mühle vor Umbau
Gasthaus und Mühle vor Umbau

Die „Untere Mühle“ stand etwa fünfzig Meter oberhalb der heutigen „Glocke“.  Nachdem die Mühle durch Rüfen beschädigt worden war, wurde sie zwischen 1835 und 1842
am heutigen Standort neu gebaut. 1901 wurden die zwei Wasserräder durch eine Turbine ersetzt.

Neben der Getreidemühle gab es auch eine Bäckerei und später ein Gasthaus. In diesem wurde 1897 die „Wasserrechtskorporation Grabs“, ein Zusammenschluss aller Wasserrechts-Inhaber am Mühlbach,  gegründet. Die Stallungen nebenan dienten der Landwirtschaft. Der Müllereibetrieb wurde 1958 eingestellt.

Seit 1834 besassen Mitglieder der Familie Tischhauser die „Glocke“. Der letzte Besitzer, der die Mühle noch betrieb, war David Tischhauser.

Warum die Bezeichnung „Glocke“?
Die kleine Glocke im Dachreiter soll uralt sein. Sie gab der Mühle und dem dazugehörigen Restaurant den Namen. Die Glocke wurde geläutet, um die Arbeiter vom nahen Weinberg zum Essen zu rufen. Die Terrassenmauern dieses ehemaligen Wingerts sind noch gut zu erkennen.

 

2010 wurde die Strasse östlich der Liegenschaft Glocke saniert. Dabei kamen viele Melserplatten zum Vorschein, die den unterirdisch geführten Mühlbach abdeck(t)en. Das ca. 6 Meter lange Tonnengewölbe unter der alten Bergstrasse wurde leider abgerissen, weil es der heutigen Belastung nicht mehr standhalten könne.

Am 12. Mai 2018 fand der 18. Schweizer Mühlentag statt, an dem sich der Verein Grabser Mühlbach auch wieder aktiv beteiligte.

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